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Im Rampenlicht:
Fineline im Vereinigten Königreich

Clive Wall

Im September 2016 übernahm Fineline Global das britische Unternehmen Exception VAR Ltd, eine erfolgsgekrönte Firma mit einem Jahresumsatz von über 12 Mio. USD und einem beneidenswerten Kundenstamm. Aus dieser Fusion ging im Zusammenschluss mit der bereits gegründeten Filiale Fineline Global UK die Fineline VAR Ltd hervor.

Dies brachte große Umwälzungen Veränderungen für das Management und die Mitarbeiter von VAR mit sich.Vor allem aber erforderte es ein Umdenken, denn von nun an war VAR kein lokaler britischer Betrieb mehr, sondern Teil des führenden Leiterplattenanbieters Europas.

In diesem Interview spricht Clive Wall, Geschäftsführer von Exception VAR, über seine Erfahrungen, die er im Zusammenhang mit dem Aufstieg des Unternehmens in die internationale Liga gesammelt hat.

Q: Welche Auswirkungen hatte die Übernahme hinsichtlich Ressourcen und Mitarbeiter auf VAR?

Clive: Ein großer Vorteil des Eintritts in die Fine Line-Gruppe ist die Möglichkeit, Vor-Ort-Support für all unsere weltweiten Kunden bereitstellen zu können. Das hat Fineline in allen Regionen genutzt und es hat dort für Wachstum gesorgt. Vielen weltweiten Kunden konnten wir eine zentrale Stelle der Ordererfassung bieten und es ihnen so ermöglichen, ihre KPIs im Hinblick auf die Reduzierung von Lieferanten zu erreichen. Zugleich konnten sie mit dem Vor-Ort-Support in jedem Land ihre Servicelevel erhöhen und den technischen wie geschäftlichen Support verbessern. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

So hatten wir, obwohl wir auch zuvor in Asien vertreten waren, unmittelbar nach der Übernahme durch Fineline Zugang zu den umfassenden Ressourcen des Supply-Chain-Management-Teams von Fine Line. Die Fine Line-Geschäftsstelle in Dongguan unter Leitung von Danny Chen zählt über sechzig Mitarbeiter in den Bereichen Angebotsanfrage, Versand, Logistik, Qualität, Engineering und Lieferantenmanagement. Diese Ressourcen nutzen zu können, hat sich augenblicklich als vorteilhaft erwiesen.

Q: Können Sie uns einige Herausforderungen nennen, mit der Sie nach der Übernahme konfrontiert waren?

Clive: Unsere Kunden waren britische Unternehmen, deren Inhaber i. d. R. ausschließlich den britischen Leiterplattenmarkt kannten und von denen die meisten keinerlei Erfahrung mit dem weltweiten Handel hatten. Da sorgte der plötzliche Wechsel zu einer ausländischen Unternehmensgruppe teilweise für Besorgnis. Würde Fineline vom Vereinigten Königreich erwarten, genauso zu arbeiten wie Russland, Israel, Deutschland und die vielen anderen Länder? Würde die Muttergesellschaft den lokalen Markt richtig einschätzen können? Würden kulturelle Herausforderungen und Gruppendruck auf uns zukommen?

Doch Fineline handelt ganz nach der Unternehmensphilosophie „Global denken, lokal handeln“.Dabei geht es vor allem darum, ein lokales Unternehmen zu bleiben und zugleich die Kraft eines globalen Unternehmens zu nutzen. Und das sind keine leeren Worthülsen, sondern zeigt sich in Taten. So stärkte das globale Netzwerk unsere lokale Präsenz mehr als wir für möglich gehalten hatten.

Q: Wie hat sich die Übernahme auf bestehende Prozesse ausgewirkt?Welche Änderungen mussten Sie vornehmen?

Clive: Viele Handelsgesellschaften für Leiterplatten reden über Qualitätssicherung und Inspektion im eigenen Lager. Der wahre Wert liegt jedoch in der Qualitätssicherung und Inspektion vor Ort, sprich im Werk, in dem die Leiterplatten hergestellt werden. Mit Verfahrenstechnikern und Fine Line-Inspektionsteams vor Ort bieten wir nun tatsächlichen Mehrwert direkt an der Quelle. Im Vereinigten Königreich führte dies zu einem optimierten Betrieb sowie einer Qualität und Lieferquote auf Marktführerniveau.

Was sich vielleicht am meisten geändert hat, sind die Beziehungen zu den Werken. Seit 20 Jahren besuche ich nun Werke in China, aber die Erfahrung mit Fineline ist einfach einmalig. Die Hierarchie übergreifenden Beziehungen, die Offenheit und Zusammenarbeit sind hier ganz besonders zu spüren. Es liegt auf der Hand, dass einer der Gründe für den Erfolg von Fineline die guten Beziehungen sind.

Q: Wie lange hat es gedauert, bis VAR und Fineline gemeinsam durchstarten konnten?

Clive: Die Installation des neuen IT-Systems begann einen Monat nach der Übernahme. Natürlich gab es die bei den meisten IT-Installationen üblichen Anfangsschwierigkeiten, doch schon binnen zwei Monaten waren die Vorteile des maßgeschneiderten Systems erkennbar.

Das IT-System ist auf den Handel mit Leiterplatten ausgelegt und bietet Flexibilität in allen Bereichen. Dazu ist es äußerst effizient und ermöglicht dadurch schlanke Prozesse für die Bearbeitung der Angebotsanfragen von Kunden sowie die Auftragsabwicklung. Business Intelligence Tools liefern klare Einblicke in jeden Geschäftsbereich, während zuverlässige Echtzeit-Daten einen direkten Überblick darüber vermitteln. Als Managementtool ist es fantastisch und für das Kundenreporting herausragend.

Q: Was bedeutet die Übernahme für Sie persönlich?

Teil des weiteren Managementteams von Fineline zu sein ist eine tolle Erfahrung. Auch die regelmäßigen Managementtreffen geben mir die Möglichkeit, an Diskussionen auf hoher Ebene, dem Austausch von Ideen und der Koordination globaler Aktivitäten teilzunehmen.

Fineline ist ein fortschrittliches Unternehmen und durch die Teilnahme an den Entwicklungen – nicht nur für das Vereinigte Königreich, sondern weltweit – kommt auch uns die Größe, die Leistungsfähigkeit und der vorausschauende Denkansatz von Fine Line zugute.